Föhr gehört zum Kreis Nordfriesland. Selbstverständlich leben auf der Insel Föhr Friesen. Auch in der Sprache zeigt sich das. Auf Föhr wird Fering gesprochen ein friesischer Dialekt, der sich über die Jahrhunderte entwickelt hat. Friesen aus Holland, Ostfriesland, Dänemark haben sich hier niedergelassen. Aber auch durch die Sturmfluten und dem Wegfall vieler Ländereien wurde die Insel Föhr für einige Menschen attraktiv - vor allem für die Halligbewohner.
Ursprung
Die Friesen sind ein germanischer Volksstamm, sind in den Niederlanden, Deutschland und Dänemark beheimatet und leben an der Nordseeküste. Im 5.-6. Jahrhundert kam dieser germanische Stamm wohl an die Küsten in Holland, Norddeutschland und Dänemark. Zeitlebens hatten Sie mit dem Meer und der Seefahrt zu tun und bewiesen auf diesem Gebiet Geschick.
Heute gehören die Friesen zu einer Minderheit. Die meisten leben auf den Nordfriesischen Inseln - also auch auf Föhr. Zusammen mit den Dänen genießen diese Volksgruppen heute den Minderheitenschutz der schleswig-holsteinischen Regierung.
Als Friese ist man nur indirekt Deutscher - zumindest legen die Menschen hier einen besonderen Wert auf ihre friesischen Ursprünge. Auch das Weltbild der Föhrer spiegelt das wieder. An erster Stelle steht das eigene Land, die Insel Föhr, nach dem Meer kommt dann zunächst Amerika (viele Föhrer wanderten dorthin aus, s. Geschichte) und erst dann kommt Deutschland.
Sitten und Bräuche
Das Jahr beginnt auf Föhr gleich mit dem Neujahrsschwimmen. Da stürzen sich todesmutige Insulaner und gerne auch Gäste in die eiskalten, winterlichen Fluten der Nordsee.
Am 21. Februar findet das Biikebrennen statt, mit dem der Winter mit riesigen Feuern endlich vertrieben werden soll.
Ringreiten
Vom Frühjahr bis Spätsommer treffen sich die Föhrer zu einigen Ringreiter Tunieren. Dort hoch zu Pferde versuchen die Ringreiter mit einem kurzen Speer ein an einem Seil bestigen Metallring aufzuspießen. Wem das am häufigsten gelingt ist der Ringreiterkönig oder eben Ringreiterkönigin.
Schweineball
Der im Januar auf Föhr gefeierte Schweineball greift ebenfalls auf eine lange Tradition zurück. In der sogenannten Schweinegilde konnten die Landwirte ihre Schweine gegen Krankheit und Tod versichern lassen. In dieser Gemeinschaft eingebettet traf man sich jedes Jahr, um den Jahresabschluß zu besiegeln, zu einem Fest, dem Schweineball. Noch heute wird dieser Jahr um Jahr begangen, nur dass die Feiernden in der Regel gar keine Schweine mehr haben.
Föhrer Jahrmarkt
Seit 1710 findet in Wyk alljährlich im Herbst der Föhrer Jahrmarkt statt. Zu diesem wandelte er sich allerdings erst im 20. Jahrhundert. Zuvor gestattete eben im Jahre 1710 Christian August, Bischof zu Lübeck, den Föhrern zwei Viehmärkte abzuhalten. Den Frühjahrsmarkt gibt es schon längere Zeit nicht mehr. Der Herbstmarkt wandelte sich eben zum besagten Föhrer Jahrmarkt. Bis vor einigen Jahren war er noch in der Hafenstraße beheimatet. Nach dem Bau des Heymann-Parkplatzes hatte man dort genug Platz für Fahrgeschäfte und Buden um ausgelassen feiern zu können.
Jedes Jahr am Dritten Freitag im Oktober startet das Jahrmarktswochenende bis zum Montag und ist ein beliebter Treffpunkt von Insulanern und Gästen, um bei gepflegten Getränken und Speisen zu Klönen und zu Schnacken. Für die Kleinen ist es jedes Jahr der Höhepunkt. Bei den vielen Fahrgeschäften haben sie ihren Spaß und können unter vielen süßen Leckereien wählen.
Umzug in Oldsum
Fering
Die Föhrer haben ihre eingene Sprache: Fering. Dies ist ein friesischer Dialekt. Auf Föhr gibt es die meisten noch friesisch sprechenden Menschen in Deutschland. In Westerlandföhr ist dies in vielen Familien noch die Muttersprache und auch Schulfach - dort steht das Fering an erster Stelle. Deutsch wird als Zweitsprache erlernt und oftmals erst in der Schule perfekter einstudiert.
Das Fering ist so eigen, dass selbst ein Amrumer mit dem Dialekt Ömrang Schwierigkeiten hat den Föhrer zu verstehen. Ursprung nahm diese Sprache natürlich im Germanischen und erlebte viele Einflüsse vom Englischen, Dänischen und dem Niederländisch.
Der friesische Gruß heißt moin. Auf Föhr nur einfach gesprochen!!! Nur die Ostfriesen sagen moin moin. Der Gruß gilt den ganzen Tag über. Besucher sind häufig verwirrt, aber moin hat nichts mit einem Morgengruß gemein. Moin bedeutet so viel wie gut - man wünscht sich so also alles Gute. Wenn man sich dies vor Augen hält, hat man nun auch Abends keine Hemmungen seine Mitmenschen mit moin zu grüßen.