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Geschichte

Geschichtliches gibt es von der Insel Föhr viel zu berichten. Abgesehen von den geografischen Entstehungsprozessen der Insel Föhr mit seinen Sturmfluten und Katastrophen gab es natürlich auch viele geschichtliche Ereignisse. Die Geschichte Föhrs kann man umfangreich und für alle Altersgruppen interessant aufbereitet im Friesenmuseum in Wyk erleben. Aber vorab können Sie sich schon auf diesen Seiten umfassend informieren.

 

Entstehung

Erstmalig wird die Insel Föhr 1231 im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war Föhr allerdings noch keine Insel, sondern gehörte zum Festland und das Meer war noch in einiger Entfernung. Dies sollte sich am 16. Januar 1362 ändern - in der Nacht gab es eine gewaltige Sturmflut, die das Land über weite Strecken überflutete. Diese nannte man auch die Grote Mandränke oder Zweite Marcellusflut. Viele tausend Menschen und Tiere kamen in dieser Nacht ums Leben. An diesem Tag entstand die Insel Föhr. Zwar noch nicht genau in der uns heute bekannten Form, aber diese Entwicklung nimmt die Nordsee in den folgenden Jahren persönlich in die Hand. Bei dieser Flut bildeten sich neben Föhr im übrigen auch die beiden Schwesterinseln Sylt und Amrum. Am 11.Oktober 1634 kam es dann zur zweiten Grote Mandränke (Buchardiflut) bei der Nordfriesland wieder schwer getroffen wurde und sich der Umfang der Insel Föhr wieder veränderte. Bei dieser Flut wurde die Insel Strand übrigens zu den Inseln Pellworm und Nordstrand geteilt.


 

Salzsiederzeit

Zwischen dem 11. und 18. Jahrhundert beschäftigte man sich auf Föhr mit der Salzgewinnung. Föhr bestand zu großen Teilen aus Moorflächen. Als die Insulaner diese trocken legten gewannen sie daraus das Torf. Dieses Torf wurde nun mehrfach mit Salzwasser aus der Nordsee übergossen. Um nun an das Salz heranzukommen wurde dieses Torf verbrannt und mit Wasser vermischt. Diese Lake wurde nun in großen Töpfen ausgekocht. Sobald man das Wasser verkocht hatte blieb das kostbare Salz zurück.


 

Walfang

Die Föhrer verdienten lange Zeit Ihren Lebensunterhalt mit dem Walfang. Von Anfang des 17. bis hin zum Ende des 19. Jahrhunderts war dies eine lukrative Einnahmequelle. Einige der erfolgreichsten Kommandaten kamen von der Insel Föhr. Aber auch viele Seeleute kamen von der Insel. Man schloss sich dänischen, niederländischen und britischen Schiffen an, um auf große Grönlandfahrt zu gehen. Die Jagd auf Wale war zu dieser Zeit nicht ungefährlich. Zur Jagd hatte man lediglich die Harpune. An dieser war ein Seil befestigt und dieses Seil befestigte man an einem kleinen Boot. Wenn man die Harpune in einem Wal versenkt hatte, zog dieser in Panik das Boot - manchmal Kilometerweit. Ziel war es den Wal derart zu erschöpfen, dass dieser sich zum Ausruhen wieder an die Wasseroberfläche begibt. Dort angekommen versuchten die Seeleute den Wal mit weiteren Harpunen zu töten.

Einer der weltweit erfolgreichsten Walfangkommandeure kam von der Insel Föhr. Der 1632 geborene Matthias Petersen auch genannt Matz Petersen aus Oldsum kam auf 373 Walfänge als Kommandant und wurde fortan nur noch der "Glückliche Matthias" genannt. Heute findet man sein Grab auf dem Friehof von St. Laurentii in Süderende.


Lembecksburg
Die Lembecksburg ist wahrscheinlich in der Wikingerzeit entstanden

 

Schiffahrt und Landwirtschaft

Durch die stetige Überfischung der Wale lohnte es sich bald nicht mehr auf Walfang zu gehen und man beschloß das Wissen über Seefahrt und Navigation in der Handelsschiffahrt zu nutzen. Nach 1860 gingen kaum noch Kommandeure auf Walfang. Die wirtschaftlichen Verbindungen in alle Welt wurden bereist, um Güter aus fernen Ländern nach Europa zu bringen. Aber auch die Handelsschiffahrt wurde immer wieder von Krisen gebutelt, so daß sich die Föhrer immer wieder durch die Landwirtschaft selber ernähren mussten. Neben den Hochzeiten des Walfangs, der Salzgewinnung und Handelsschiffahrt, in denen die Föhrer sehr reich waren, galt es immer wieder lange Zeiten der Armut zu überstehen. Hierbei half den Föhrern die Landwirtschaft. Auch heute noch wird diese auf Föhr intensiv betrieben.


 

Tourismus

1819 begründete man in Wyk auf Föhr das erste Seebad. Unter großen finanziellen Schwierigkeiten wurden erste Einrichtungen gebaut. Zu dieser Zeit ging es den Föhrern nicht zum Besten. Danach folgte langsam der Aufschwung. Ein weiterer Garant für den Erfolg Wyks als Seebad war, dass der dänische König Christian VIII. zwischen 1842-47 Sommeresidenz in Wyk hielt. In dieser Zeit kam auch Hans Christian Andersen auf die Insel. So war man nun hoffähig geworden. Nun war der ertse Schritt gemacht. Die Schönheit der Insel und des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres ließ sich vermarkten und die Insulaner lebten immer mehr vom Fremdenverkehr. Natürlich gab es auch in diesen Zeiten immer wieder Rückschläge z.B. durch die beiden Weltkriege - aber nach 1945 lebt man zum Großteil vom Tourismus.

Der Komponist Johann Strauss verbrachte mehrere Sommerurlaube auf Föhr.




Friesenmuseum
Das Friesenmusuem in Wyk

Ziegelofen
alter Ziegelofen

 

Von Zwergen

Natürlich gibt es bei den Föhrern auch jede Menge Legenden und Sagen. Eine besondere Rolle spielen hierbei Zwerge. So sollen Zwerge in den auf Föhr oft zu findenen Hügelgräbern gewohnt haben. Viele Geschichten kreisen auf Föhr um diese Zwerge. So zum Beispiel die des Bauers, der ein kleines Messer in der Nähe eines solchen Grabes gefunden haben will. Eines Tages taucht ein Zwerg auf, der sein Messer unbedingt wieder haben will. Der Bauer handelt mit ihm aus, dass wenn er ihm das Messer überläßt, er beim Flügen in jeder Furche ein Goldstück vorfinden wird. So geschah es. Dem Bauer brachte dies indes wenig Glück. Durch seine Gier pflügte er nun Tag und Nacht seine Felder und eines Tages fiel er tot auf seinem Feld um.


Grab Petersen
Grab des Mathias "Matz" Petersen

 

Die Wikinger

Es gibt letztlich keine Beweise dafür, ob die Wikinger jemals auf Föhr waren, aber es gilt als sehr wahrscheinlich. Auf der einen Seite findet man auf Föhr zahlreiche und für die Wikinger typische Hügelgräber. Auf der anderen Seite ist die Lembecksburg sicherlich ein Schutzwall der einheimischen Bevölkerung gegen die einfallenden Winkinger.


 

Dänemark und Preußen

Von 1231 bis 1386 gehörte die ganze Insel Föhr zum Königreich Dänemark. Aufgrund von Zuständigkeits-schwierigkeiten und Länderaufteilungen kam es 1386 zur Teilung der Insel. Wetserland-Föhr verblieb beim Königreich Dänemark und Osterland-Föhr kam zur Herzogtum Schleswig. Die Grenze verlief mitten durch die Insel und auch Mitten durch den Ort Nieblum. Die Föhrer aber haben sich nie geteilt gefühlt. Man hatte zeitlebens immer einen gewissen Abstand zur Obrigkeit und so manches Gesetz was am Festland galt wurde für die Föhrer in deren Interesse geändert oder gar nicht beachtet.

Zwischen 1533 und 1544 kam es allerdings zu dem kuriosen Umstand, dass König Christian III. von Dänemark auch Herzog von Schleswig in Personalunion wurde und somit auch wieder über die Geschicke der gesamten Insel bestimmte.

Vom 1. Februar bis 30. Oktober 1864 kam es zum Deutsch-Dänischen Krieg den das Herzogtum Schleswig gewann. Im Folge des Friedensvertrages und einer Abstimmung der Westerland Föhrer, die sehr knapp ausfiel, kam auch der Westteil zum Herzogtum Schleswig und somit zum Preußischen Reich. Den dänischen Einfluss spürt man noch heute an einigen Stellen der Insel.

Danach regierte Preußen über Nordfriesland und Föhr. Eigentlich war dies nicht recht im Interesse der Föhrer, mußten Sie sich jetzt doch an Gesetze und Verodnungen der neuen Regierung halten. Besonders empört war man über die Militärzeit. Jeder männliche Föhrer mußte fortan 6 Jahre Militärdienst für Preußen ableisten. Das war nicht im Interesse der Insulaner und es begann eine große Auswanderungswelle Richtung Amerika.


 

Auswanderung

Durch die Schwierigkeiten mit der neuen preußischen Regierung und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf der Insel, entschlossen sich viele Föhrer nach Amerika auszuwandern. Noch heute haben viele Föhrer Kontakte und Verwandtschaft in den USA. Es bildeten sich zahlreiche Kolonien in New York und viele schon dort lebende Föhrer ermöglichten die Auswanderung von Freunden, Bekannten und Angehörigen in Richtung neue Welt.





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