Die Ausdruckskraft des Interieurs
Den Ausgangspunkt bilden bei dieser Sonderaustellung die Interieurs des 19. und 20. Jahrhunderts und werden dabei in den Dialog mit modernen Fotografien und Videoinstallationen von heute gesetzt.
Nachdem das Museum mit seiner Dauerausstellung immer in die Weite von Meer und Küste gleitet, geht man bei dieser Ausstellung auf eine Reise ins Innere. Man entdeckt den Raum für sich neu und kann in die virtuellen Dimensionen der Wohnaccessoires eintauchen. Ob man sich nun dabei in die Welt einer Friesenstube des Otto Heinrich Engel begibt, sich den farbenfrohen Mikrokosmos des Emil Nolde vornimmt oder die Installation eines Arbeitszimmers aus Wien fixiert, bleibt dem Besucher überlassen. Die Bandbreite ist faszinierend und die Objekte bestechen durch Ihre klare Offensichtlichkeit der Wohngegenstände, der doch auf einen Raum beschränkten Szenen. In den Mittelpunkt rücken Alltäglichkeiten, mal eine Kanne, eine Tasse oder ein Glas. Manchmal ist es aber auch der Blick aus dem Fenster in die Ferne. So werden Innerlichkeit und Äußerlichkeit über fast 200 Jahre auf die Räumlichkeiten des Museums Kunst der Westküste verteilt.
Die Ausstellung zeigt Werke von Otto Heinrich Engel, Julius Exner, Vilhelm Hammershøi, Jozef Israels, Carl Ludwig Jessen, Max Liebermann und Emil Nolde. Diesen Klassikern werden moderne Werke von Lisl Ponger, Anna Lehmann Brauns und Dorothee Golz gegenüber gestellt. Golz beeindruckt dabei ganz besonders. Sie hat in ihren digitalen Gemälden auf wundervolle Weise das Mädchen mit dem Perlenohrring – aus dem bekannten Gemälde von Johannes Vermeer – in heutigen Interieurs wiederbelebt. Das Ganze gipfelt in einem Wohnzimmer-Ballet, einer Videoinstallation von Christina Bredahl-Duelund, bei der in einem gefluteten Zimmer, die Möbel einen wundersamen Tanz zu Klängen von Chopin vorführen.
Beim Thema geflutete Räume kommen wir zu einem weiteren Highlight des Museums Kunst der Westküste, der Videoinstallation Flooded McDonald's von den dänischen Künstlern Superflex, die noch bis 11.09.2011 gezeigt wird. Hier hat man die Flutung eines Schnellrestaurants in brillanten HD-Filmaufnahmen festgehalten. Die alltäglichen Gegenstände entwickeln hierbei eine teils eigenwillige Dynamik und bekommen dabei manchmal groteske, aber auch humoreske Züge. Beeindruckend auch, dass die Künstler hierfür ein komplettes Schnellrestaurant detailgetreu nachgebaut haben. Die fortschreitende Eintrübung des Wassers und der stete Anstieg des Wasserspiegels greift die Flutkatastrophen der letzen Jahre auf und durch die menschenleere und sterile Atmosphäre im Stile von David Lynch wird auch Hilflosigkeit und Angst übertragen. Ein sehr beeindruckendes Werk, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Eine Vorschau bekommt man auf der Webseite des Künstlerkollektivs.
Weitere Informationen zum Museum Kunst der Westküste:
Föhr-Digital über Alkersum
MKDW im Internet
AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2011
27.2. - 22.5.2011
CAROLINE HAMMER
Reisen um das Atelier
27.2. - 22.5.2011
JANINE ANTONI
Touch
27.2.2011 - 15.1.2012
SZENENWECHSEL
Guy Ben-Ner (IL)
Ursula Stalder (CH)
Gerard Holthuis (NL)
Peter Rösel (D)
Bestué & Vives (E)
27.2.2011 - 15.1.2012
WOLFGANG WERKMEISTER
Westküstenzyklus
27.2.2011 - 15.1.2012
FIONA TAN
Brendan's Isle
27.2.2011 - 15.1.2012
SAMMLUNG KUNST DER WESTKÜSTE
29.5. - 11.9.2011
SUPERFLEX
Flooded McDonald's
29.5.2011 - 15.1.2012
INNENWELTEN
Erinnerung - Nostalgie - Exotik
18.9.2011 - 15.1.2012
MAX LIEBERMANN AM MEER

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