Rezensionen
Natürlich lesen wir viel zum Thema Föhr und verpassen keine TV Sendung zur Insel. Wenn uns etwas besonderes ins Auge fällt, ob positiv oder negativ, werden wir an dieser Stelle darüber berichten. Wir testen die Bücher, Filme, DVD's und anderen Devotionalien auf Herz und Nieren und Ihre Strandkorbtauglichkeit. Wenn Sie Hinweise auf Neuigkeiten haben, wenden Sie sich doch an uns: Kontakt

Olaf Braren - Mia Munier-Wroblewski
Großes Interesse hatte ich schon immer am Föhrer Maler Oluf Braren. Nun ist der Roman von Mia Munier-Wroblewski in einer überarbeiteten Fassung in der Reihe "Nordfriesland im Roman" neu erschienen. Der Roman schildert die Geschichte des Lehrers und Malers von der Insel Föhr. Damit die Autorin alle Freiheiten hat, um die Charaktere auszugestalten, hat Sie ihn in ihrem Roman Olaf Braren genannt. So zeigte sie mit dem Namen, dass es sich in Grundzügen um den Maler Oluf Braren handelt, aber dass sie in der Ausgestaltung der Person im Roman eigene Einflüsse hat eingehen lassen.
Oluf Braren lebte von 1787-1839 und war zunächst als Lehrer auf der Insel Sylt tätig. Dort lernte er seine spätere Frau Meete kennen, mit der er 1808 nach Utersum auf Föhr zog. Die Ehe blieb kinderlos und soweit man das sagen konnte unglücklich. Unterdes verliebte sich Braren in Ing Peter Matzen aus Hedehusum und aus dieser Beziehung gingen zwei Kinder hervor. Das Ganze blieb auf der Insel Föhr nicht unentdeckt und Braren musste sich fortan mit einer Hilfslehrerstelle in Toftum zufriedenstellen. Bei einem Bruchteil seines ursprünglichen Gehaltes lebte er und seine Familie in bitterer Armut. Die Ehe zu Meete bestand weiter und Ing heiratete jemand anderes. Braren starb früh mit 52 Jahren und seine Frau lebte von diesem Zeitpunkt in einem kleinen Verschlag in Toftum und musste sich als Magd ihren Lebensunterhalt verdienen. Diese Geschichte wird von Mia Munier erzählt und ist überdies ein wichtiges Zeugnis der Föhrer Lebensweise und Kultur.
Zu einem wirklichen Kauftipp von uns ist das Werk allerdings durch sein exzellentes Nachwort geworden. Die beiden Herausgeber Thomas Steensen und Arno Bammé haben auf 36 Seiten eine wirklich tiefgründige Analyse des Romans, des Zeitgeschehens und der Umstände zusammengetragen. Auch die Biografie von Mia Murnier wurde durch viele Interviews mühsam rekonstruiert. Eine wirklich wichtige Arbeit, die das Leben von Oluf Braren nachzeichnet. Auch sind einige seiner Bilder in farbigen Abbildungen integriert.
Um den Bogen zu vervollständigen, muss ich an dieser Stelle sagen, dass Braren erst nach seinem Tode zu ein wenig Ruhm gekommen ist. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der naiven Malerei Norddeutschlands. Auch über den Tod hinaus bleibt seine Geschichte tragisch, denn bei einem großen Brand in einem Altonaer Museum verbrennen mehrere wichtige Werke von ihm und sind für immer verloren.
Von uns gibt es dafür einen Tipp. Nicht nur für Interessierte der Föhrer Geschichte, sondern auch Liebhaber von dichten Romanen mit einer spannenden Dreiecksbeziehung und einem dramatischen Leben sind bei "Olaf Braren" genau richtig.
Olaf Braren, Mia Munier-Wroblewski, Verlagsgruppe Husum, 228 Seiten, im Buchhandel für 9,95 Euro - erschienen am 29. Juli 2010

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Oma ihr klein Häuschen - Janne Mommsen
Bei vielen Romanen zur Insel Föhr oder die auf Föhr spielen, gibt es oft einen dilletantischen Beigeschmack. Meist sind diese im Eigenverlag erschienen - was kein Qualitätskriterium sein sollte - und inhaltlich und sprachlich von großer Klasse weit entfernt. Das es auch anders geht zeigt der neue Roman von Janne Mommsen. Mit Oma ihr klein Häuschen hat der Autor einen absolut strandkorbtauglichen Roman vorgelegt, den man - einmal damit angefangen - nicht wieder aus der Hand legt. Gerade der Föhr-Liebhaber freut sich auf eine interessante und witzige Geschichte, die auf der Insel Föhr angesiedelt ist.
Zur eigentlichen Geschichte verrät der Klappentext einiges und macht Lust auf mehr: "Sönke ist Single und hat gerade seinen Job verloren. Da kommt ihm das Verwandtentreffen bei seiner geliebten Oma auf Föhr gerade Recht. Doch Oma ist verschwunden, und der Veganer-Onkel geht auf seinen Bruder los, der schon mal Hund gegessen hat. Die Lösung aller Streitigkeiten findet Sönke mitten im Wattenmeer." Allein das Kapitel "Fünfzig Arten, "Moin" zu sagen" weckte mein tieferes sprachliches Interesse. An kleineren Formulierungen wie "Ich beschließe, zu Fuß an der Steilküste entlang von Nieblum bis zum Wyker Südstrand zu gehen..." halte ich mich auf und frage mich, ob wir auf der gleichen Insel sind, denn von einer Steilküste kann man dort wirklich in keiner Weise sprechen. Das trübt den gesamten Spaß jedoch nicht und fällt ja unter künstlerische Freiheit. In Wirklichkeit wird der Autor sich auskennen, denn laut Verlag soll die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten hier auf Föhr leben. Und wer weit weg von seiner Lieblingsinsel ist, für den ist der Roman die ideale Überbrückung zum nächsten Wiedersehen oder aber um Erinnerungen aufzufrischen.
Für mich war das Buch eine kurzweilige Unterhaltung und kann es den Föhr Magazin Lesern nur wärmstens ans Herz legen.
Oma ihr klein Häuschen, Janne Mommsen, rororo, 256 Seiten, im Buchhandel für 8,95 Euro - erscheint am 02. Juli 2010

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In meinem kleinen Land - Jan Weiler
Jan Weiler lädt zu einer Deutschlandreise ein. Der Erfolgsautor der Beststeller "Maria, ihm schmeckt`s nicht!" und "Antonio im Wunderland" beschreibt auf eine witzige und unterhaltsame Weise seine Lesereise durch Deutschland. Es geht laut Klappentext von "Wyk auf Föhr, über Burgholzhausen,... bis nach Passau..."
Eh man sich verliest sind zwei und mehr Stunden vergangen. Durch seinen eigenen Humor über deutsche Städte entlarvt er doch so manch stilles Geheimnis einer Region. Aber auch viel Wissenswertes kann man seinem Buch entnehmen und bekommt Lust mal wieder in Deutschland Urlaub zu machen.
Wo wir beim Thema wären: Eine seiner Stationen ist für uns natürlich von besonderem Interesse. Im September 2005 machte Weiler Station in Wyk auf Föhr. Mit einer vollkommen zutreffenden Analyse der bestehenden Verhältnisse, zeigt er mit einem Augenzwinkern, dass er in kürzester Zeit in der Lage war, die Friesen, und die, die es werden wollen, auf die Schippe zu nehmen. Als Insulaner drängt sich der Eindruck auf, Jan Weiler hätte bereits ein paar Monate hier auf der Insel verbracht und bereits eingehende Erfahrungen gemacht.
Auf nahezu fünf Seiten werden Eindrücke der Insel und von Besuchern gesammelt, die Jan Weiler bei seinem Aufenthalt kennengelernt hat. Ich finde ein sehr lesenswertes Essay über die Insel Föhr.
Dennoch - nur für diesen Teil lohnt der Kauf noch nicht, aber nun fängt man in dem Buch an zu stöbern und ertappt sich dabei, ausgehend von eigenen Stationen die man schon in Deutschland besucht hat bis hin zu den noch Unbekannten zu stöbern, zu lesen und zu lachen. Und dann ist der Tag rum.
Es ist ein Buch mit Humor, schelmischen Seitenhieben und latenten Informationen, die die Lust in einem wecken den Koffer zu packen und loszufahren.
Burkhard Frantzen
P.S.: Und hätte ich das mit den Messersets eher erfahren, wären mind. 26 Personen bei der Lesung gewesen!
Unsere Empfehlung! Das ideale Buch für einen Strandurlaub in Wyk auf Föhr!
In meinem kleinen Land, Jan Weiler, rororo, 352 Seiten, im Buchhandel für 9,95 Euro

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Föhr - Georg Quedens
Wenn ein Amrumer ein Buch über Föhr schreibt sollte man annehmen, dass die Insel nicht ganz so gut davon kommt. Ist das Verhältnis der Bewohner der beiden Nachbarinseln zumindest historisch bedingt immer ein wenig gespannt. Aber das Buch entpuppt sich als fundiert recherschierter Reiseführer, fernab von gastronomischen Empfehlungen und trendigen Tipps. Quedens Buch liefert Inhalt zu den Themen - geographische Entstehung Föhrs, geschichtliche Entwicklung und thematische Aufarbeitungen der Inselorte bis hin zu Flora und Fauna. Es liefert eine tiefe Informationsdichte und leistet sich im Gegensatz zu modernen Reiseführern den Luxus auch auf die Traditionen und Sitten und Gebräuche detailliert einzugehen.
Von uns ist dieses Buch ein absoluter Geheimtipp unter den Reiseführern zur Insel Föhr. Wenn man etwas kritisieren müsste ist natürlich der etwas langweilige Einband zu nennen. Auch die Fotos scheinen allesamt aus dem letzten Jahrtausend zu sein und verdienen nicht das Prädikat aktuell und sind fast allesamt ein wenig "vergilbt". Aber all das kann uns nicht über den hochwertigen Inhalt hinwegtäuschen.
Föhr, Georg Quedens, Breklumer Verlag, 2002, 144 Seiten - im Buchhandel für 6,50 Euro

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